Meine Datenspur auf Facebook- ein Selbstversuch

Da Facebook in den vergangenen Jahren immer wieder empfindliche Strafen wegen Klagen verschiedener Datenschutzorganisationen zahlen mussten, hat der Konzern eine neue Funktion eingestellt, um nicht gegen die neue DSGVO zu verstoßen.
Unter diesem Link: https://www.facebook.com/off_facebook_activity/activity_list können Nutzer einsehen, welche Seiten außerhalb von Facebook Informationen über Interessen und Surfverhalten an Facebook übermittelt haben, was bei sehr vielen Seiten unweigerlich passiert, wenn Sie auf „Cookies akzeptieren“ klicken.
Ich habe mir diese neue Funktion einmal angeschaut um herauszufinden welche meiner online Aktivitäten getrackt wurden und bei dem sozialen Netzwerk gelandet sind.
Vor ab gesagt, ich nutze neben dem vorinstallierten Google Chrome Browser auf meinem Smartphone den Mozilla Firefox Browser, bei dem ich alle Cookies deaktiviert habe (was einem den Zugriff auf viele Webseiten direkt unmöglich macht) und den DuckDuckGo -Privacy Browser.

Nun zu meinen Ergebnissen. Facebook teilt mir mit, dass es im Zeitraum vom 28.Juli 2019 bis heute (04.02.2020) von 146 Websites oder Apps Informationen über mich erhalten hat.


Screenhot meiner ersten Ergebnisse.

Mal schauen, ob sich Überraschungen finden. Die ersten Ergebnisse scheinen zum großen Teil schlüssig, da es sich bei einigen Seiten um Werbung handelt, die ich tatsächlich sogar auf Facebook selbst angeklickt habe. Dass hier Daten fließen darf wohl niemanden wundern. Als Erstes picke ich mir „Zalando“ raus, Facebook gibt an, dass von dieser Seite mehr als 20 Informationen weitergegeben wurden.
Die Anwendung hat auch die Funktion die entsprechenden Webseiten anzuklicken um mehr zu erfahren. Ich erfahre, dass 49 Interaktionen mit der Seite an Mark Zuckerbergs Unternehmen gemeldet wurden. Welche genau das waren, teilt man mir hier nicht mit. Hier hat die Auskunftsfreude Facebooks wohl Grenzen. Lediglich allgemeine Beispiele was eine Interaktion sein kann, werden mir angezeigt.
Einige Zeilen weiter unten wird es dann tatsächlich interessanter. Eine Metronom – App hat dem blauen F am 9.01. zehn Interaktionsinformationen übermittelt. Das macht mich stutzig, da ich trotz aller Vorsätze für das neue Jahr meinen E-Bass in der neuen Dekade nur angefasst habe um in von der einen Ecke des Zimmers in eine andere zu stellen. Das Metronom habe ich also noch nicht benutzt.
Hier würden mich die übermittelten Informationen besonders interessieren. Leider gibt’s die nicht.
Die restlichen Ergebnisse sind recht unspektakulär und spiegeln ein absolut „jugendfreies“ Surfverhalten wieder. Von verschiedenen Sportseiten, über Online Shopping (Möbel und Anzüge) bis hin zu Nachrichtenportalen wie Zeit Online ist verschiedenes vertreten, aber keine wirklichen Überraschungen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich sehr häufig wie oben beschrieben Browser mit hoher Privacy nutze. Es ist jedoch sehr beruhigend zu wissen, dass diese, zumindest was die offiziellen Angaben von Facebook angeht, zu halten scheinen was sie versprechen.

Was diese offiziellen Angaben angeht, bin ich umso skeptischer, nachdem ich lese, dass Facebook natürlich aus „technischen Gründen“ (lautes Husten) viele Informationen und Aktivitäten nicht angibt. Technische Gründe also. Wieso meine Daten in manchen Fällen aus Gründen der Sicherheit gespeichert bleiben sollen bleibt mir auch schleierhaft, vielleicht hab ich das aber einfach Missverstanden und es geht nicht um meine Sicherheit, sondern um die von Facebooks Umsätzen.


Naja transparent ist das jetzt eigentlich auch nicht.

Nun wollen wir der ganzen Sache aber noch an den Kragen, unter dem Punkt „Künftige Aktivitäten verwalten“ kann ich einstellen, dass ich Facebook die Koppelung der Aktivitäten, die Facebook immer sammelt, egal wie ich mich auf den Kopf stelle, mit meinem Konto untersage. Wenn das tatsächlich funktioniert, sollte es in Zukunft keine zu stark personalisierte Werbung mehr geben. Ich bin jetzt schon richtig traurig.
FunFact zum Schluss: eine Aktivität hat Facebook von sich aus deaktiviert, amorelie war den Amis wohl zu heiß.